Bildungswochenende der Kolpingsfamilie Kallmünz im Kolping-Familienhotel Lambach
Kolpingsfamilie Kallmünz bot Fortbildung zu den Themen:

„Unterwegs in digitalen Lebenswelten“ und „Nicht ohne uns!“

Kolping   Zum siebzehnten Mal veranstaltete die Kolpingsfamilie Kallmünz heuer ein gemeinsames Bildungswochenende für Familien, Junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder, an dem in diesem Jahr 100 Mitglieder teilnahmen. Damit es für alle Teilnehmer ein Erfolg wurde, erarbeitete 1. Vorsitzender Franz Hübl verschiedene Programme und organisierte die notwendigen Referenten und Gruppenleiter.
In der Hauskapelle stimmte Pastoralreferent Gerhard Bauer am Freitagabend alle Teilnehmer mit einer Kreuzwegandacht und passenden Texten auf das Wochenende ein.
Anschließend wurde die Sporthalle von den Erwachsenen in Beschlag genommen. Unter Leitung von Hans Eichenseher wurde mit großer Begeisterung Volleyball gespielt.

Erwachsene:

Kinder und Jugendliche in digitalen Lebenswelten

 „Aktuelle Trends in den sozialen Netzwerken“ und „Was Erwachsene, Eltern und Großeltern wissen sollten“ waren Schwerpunkte der Bildungsarbeit am Samstagvormittag, wozu Vorstand Franz Hübl als Referenten Herrn Bruno Lux, den ehemaligen Leiter der Staatlichen Schulberatungsstelle Niederbayern, begrüßen konnte.

Bruno Lux verstand es in amüsanter sowie auch lehrreicher Art und Weise den interessierten Zuhörern dieses komplexe Thema nahe zu bringen, wie es nur einer, der all seine Berichte selbst an den Schulen erlebt hat, kann.

„Facebook, Youtube, WhatsApp, Instagramm, Twitter, Snapchat, Yo, Younow etc. … wenn du nicht dabei bist, dann bist du raus!“, so die weitverbreitete Meinung vieler Jugendlicher. „Für manche Eltern und Erwachsenen klingen diese Begriffe wie Wörter einer anderen Welt, für fast alle Schülerinnen und Schüler sind sie allgegenwärtige Realität“, so Bruno Lux. Um mehr über die Gefahren in den sozialen Netzwerken, Chatrooms und Videoplattformen zu erfahren, hat die Kolpingsfamilie Kallmünz dieses wichtige Thema zum Schwerpunkt des Bildungswochenendes gemacht.

In seinen Präsentationen stellte Bruno Lux zunächst die verschiedensten sozialen Netzwerke und die Vorgehensweisen der unterschiedlichen Plattformen vor. Bereits hier staunten viele Zuhörer über die Vielfalt der Netzwerke und was hier alles angeboten und dargeboten wird. In seinem Vortrag widmete er sich auch sehr intensiv den Themen Urheberrechte, Haftbarkeit, Straftaten im Internet und deren Konsequenzen, dem Trend der „Selfies und Selbstdarstellung“, aber vor allem der Thematik Mobbing. „Mobbing ist Gewalt, ist eine schreckliche Situation, in der das Opfer Unterstützung und keine zusätzliche Strafe braucht“, so der Referent. Es ist wichtig, dass der Betroffene das Gefühl hat, dass er nicht alleine ist. Herr Lux warnte die anwesenden Eltern und Erwachsenen vor starren Konsequenzen, wie Internet-, Handy- und Computerverbot. „Das ist nicht verwirklichbar und völlig illusorisch“, so Bruno Lux. Viel wichtiger sei es den Kindern den richtigen und maßvollen Umgang mit sozialen Netzwerken und den neuen Medien beizubringen und sich mit den Jugendlichen in Gesprächen darüber auseinanderzusetzen, sowohl in der Schule als auch zu Hause. Die Eltern müssen hier auch Vorbild sein. Sich selbst an die vereinbarten Regeln halten.

 

Dichterlesung am Samstagabend

Am Abend gaben die beiden Komödianten Stephan Karl und Helmut Haider, alias „Schmarrnkerl und Funkerl“, das Erstlingswerk des bekannten Oberpfälzer Schriftstellers Eugen Oker „Winnetou in Bayern“ zum Besten, was beim Publikum wahre Lachsalven auslöste.

„Nicht ohne uns“!

Am Sonntagvormittag stellte Vorstand Franz Hübl das Projekt „199 kleine Helden“ von Sigrid Klausmann und Walter Sittler vor. Dabei kamen 16 Kinder aus allen Kontinenten zu Wort, die ihre Gedanken, Wünsche, Ängste und Hoffnungen vortrugen und einen Appell an uns alle richteten: „Nicht ohne uns!“

All diese Kinder sind neugierig und hungrig nach Bildung und wollen einmal die Welt verändern. Dreistündige, gefährliche Schulwege nehmen diese Kinder jeden Tag gerne in Kauf. Tief beeindruckt waren die Zuhörer von der Aussage eines indischen Mädchens: „Ich habe große Lust zu lernen. Egal was, Hauptsache lernen. Das macht mich völlig glücklich“.

So war es für die Kolpingfamilie Kallmünz eine Selbstverständlichkeit, dass Vorstand Franz Hübl dem Kallmünzer Pfarrvikar Yesu Jeyapal Savariyappan spontan 500 Euro für seine Heimatgemeinde übergab. Die Spende soll es einer bedürftigen Familie ermöglichen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

 

 

Jugend:

Sicher unterwegs im Netz

Den Freitagabend verbrachte Bruno Lux mit allen anwesenden Jugendlichen, um ihnen wichtige Informationen zu den Bereichen „Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte, Selfies, Mobbing und Challenges“ mit auf den Weg zu geben.

Danach befasste sich der Referent mit dem Bereich Cybermobbing, was das absichtliche Bloßstellen, Ausgrenzen und Beleidigen über Chats, soziale Netzwerke, Fotoplattformen oder andere moderne Kommunikationsmittel bedeutet.

Die Folgen von Cybermobbing im Vergleich zu anderen Formen von Mobbing sind besonders fatal, so der Referent. „Das Opfer ist den verbalen und psychischen Angriffen rund um die Uhr ausgesetzt, es gibt keine Möglichkeit, sich zu entziehen, auszuruhen. Auch wird bei Cybermobbing mit nur einem Klick ein riesengroßes Publikum erreicht.“

Im Anschluss an eine Diskussion zu den Folgen von Mobbing für das Opfer ging Herr Lux auf die rechtlichen Konsequenzen für die Täter ein. Die Schüler waren schockiert, als sie hörten, dass Kinder bereits ab dem Alter von 7 Jahren haftbar (wenn auch nicht strafmündig) gemacht werden können.

Als wohl wichtigste Botschaft gab Herr Lux den Jugendlichen Folgendes mit auf den Weg: "Ihr seid die stärkste Gruppe! Habt den Mut, hinzuschauen, einzugreifen und Vorfälle zu melden!"

Die zahlreichen Nachfragen im Anschluss an den Vortrag sowie der große Rede- und Diskussionsbedarf der Jugendlichen zeigten die große Bedeutung dieses Themas für die Schüler.

Der Samstag stand im Zeichen der Sprecherziehung für junge Theaterspieler. Unter Leitung von Stephan Karl lernten die Jugendlichen „Verständliches und deutliches Sprechen vor Publikum im Theater oder auch in der Schule.“

Warum können Schauspieler ohne große Anstrengung so laut sprechen? Wie kann man leise sprechen und trotzdem verstanden werden? Wie kann man laut sein ohne Halsschmerzen zu bekommen? waren Bereiche, die in zahlreichen Übungen spielerisch behandelt wurden.

Am Nachmittag beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv mit den Themen „Atmung und Sprechen“ sowie „Stimme, Bühnenpräsenz und Aufregung“.

 

Kinder:

Kinderturnen und Bilderbuchkino

Auch an die jüngsten Teilnehmer wurde in Lambach gedacht. Unter Leitung von Ulrike Buckley und Sonja Kammerl konnten sich die Kinder in der Turnhalle austoben, im Lesezimmer bot Elisabeth Hübl den Kindergartenkindern das Bilderbuchkino „Der kleine Gott und die Tiere“.

 

 

Gottesdienst als Höhepunkt

Höhepunkt der Bildungstage war am Sonntagvormittag ein feierlicher Gottesdienst in der Hauskapelle, der von Pfarrvikar Yesu Jeyapal Savariyappan zelebriert wurde.

Zum Schluss der Bildungstage dankte Vorstand Franz Hübl der Heimleitung für die hervorragende Unterbringung, sowie allen Referenten und Gruppenleitern, die zum Gelingen der Bildungstage beitrugen. Er forderte alle Mitglieder auf, sich vor allem in der Familienarbeit auch in Zukunft intensiv einzubringen, damit das Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland „Wir sind ein Familienverband“ auch in Zukunft verwirklicht werden kann.

 

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