Am 08. April 2017 fand dieses Jahr eine Veranstaltung des Bezirks Jura statt, an der unsere Kolpingsfamilie Kallmünz mit 11 Personen teilnahm.

Der erste Programmpunkt war das Kolping-Bildungswerk Ostbayern in Tirschenreuth. Dort gab es zunächst einen Stehempfang mit Getränken und Häppchen, bevor uns der Leiter Hans Saalfrank eine Führung und einen Einblick in das Bildungswerk gab.
Tirschenreuth baut in ihrem Projekt auf vier Standbeine.

Perspektive schaffen. Persönlichkeit bilden. Arbeitslosigkeit abbauen. Aufstiegschancen eröffnen.

So bieten sie beispielsweise Jugendlichen, unter anderem auch Flüchtlingen, ohne Ausbildungsstelle eine Aus- und Weiterbildung an. Auch benachteiligte Jugendliche werden gerne in das Programm mit aufgenommen. Aber nicht nur die Jugend wird gefördert, auch Menschen, die bereits fest im Berufsleben stehen, wird eine Weiterbildung angeboten.
Das Bildungswerk Tirschenreuth finanziert sich unter anderem durch die Holz- und Metallverarbeitung. Dort wird auf Wunsch gefertigt, aber auch für Firmen zugearbeitet. So kam beispielsweise die Kolpingsfamilie Beratzhausen zu ihrer Küche.

Werkstücke

Unser nächstes Ziel war die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Bevor wir uns jedoch in die tragische Geschichte des Dritten Reichs zurückversetzen ließen, stärkten wir uns zunächst mit einem Mittagessen im Museumscafé, welches ein ehemaliges Casino ist.  
Danach führten uns die Referenten in 2,5 Stunden durch die Gedenkstätte.
Flossenbürg wurde im Mai 1938 gegründet und war vor allem wegen des hohen Granitvorkommen als KZ (Arbeitslager) geeignet.
Zuerst kamen wir in die Kommandantur, die einen Überblick über das gesamte Gelände gibt.

Überblick über das KZ

Danach begaben wir uns in die Wäscherei. Dort wurde jedoch nicht die Wäsche der Häftlinge gewaschen, sondern eine Eingangsbehandlung durchgeführt. Das bedeutete für die Häftlinge im wahrsten Sinne des Wortes den Verlust ihrer Identität. Sie verloren ihren Namen und wurden vom Menschen zur Nummer. Des Weiteren mussten sie sich nackt ausziehen, ihnen wurden die Haare abrasiert und danach ging es in die Dusche. Jedoch hatten sie keine Handtücher und auch keine Klamotten mehr. Das offene Fenster tat ihr übriges und die Häftlinge bekamen schon am ersten Tag einen Einblick in die Grausamkeiten des KZs.

Von dort gingen wir in das Krematorium, das sogenannte Tal des Todes. Dort wurden alle verstorbenen Inhaftierten verbrannt. Gab es jedoch zu viele Todesfälle, wurden die Leichen kurzerhand zu einem Scheiterhaufen gestapelt und so verbrannt. Anwohner erzählten, tagtäglich den Geruch von verbrannten Menschen gerochen zu haben. Viele starben durch Erschöpfung der Arbeit, durch die brutalen Foltermethoden, aber auch weil sie als Versuchskaninchen herhalten mussten. So wurden in Flossenbürg OPs an den Inhaftierten getestet, die oftmals gar nicht nötig waren oder den hygienischen Vorschriften entsprachen. Hinter dem Gefangenen stand kein Mensch, nur eine Nummer. Insgesamt ließen von den 100.000 Inhaftierten 30.000 ihr Leben.

Verbrennungsofen im Krematorium

 

Unser letzter Stopp war die Arrestzelle. Dort saßen, welche in den Augen der Nazis Schwerverbrecher waren. Dazu zählte Pfarrer Bonhoeffer, der sich stark für die Häftlinge einsetzte.

So ging ein aufschlussreicher und interessanter Tag zu Ende und wir fuhren mit neuem Wissen und neuen Eindrücken nach Hause.

 

Bildergalerie: 

 

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